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Rente: Mittellose Junge, arme Alte – das Ende des Generationenvertrages?

Pressemeldung
von links: Prof. Dr. Bert Rürup, Wirtschaftswissenschaftler und Rentenexperte, Moderatorin und Ottmar Schreiner, MdB, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen und Mitglied im SPD-Parteivorstand
von links: Prof. Dr. Bert Rürup, Wirtschaftswissenschaftler und Rentenexperte, Moderatorin und Ottmar Schreiner, MdB, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen und Mitglied im SPD-Parteivorstand

Unser Solidarsystem ist eine gewachsene Struktur, die bestehen bleiben muss, aber reformbedürftig ist.

Auf der heutigen PEAG Personaldebatte zum Frühstück beruhigte Rentenexperte Prof. Bert Rürup alle Skeptiker des Generationenvertrages: „Das System ist nicht am Ende. Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, muss man nachjustieren, aber bis 2030 ist es finanziert.“ Zweifel an dieser Aussage hegte der SPD-Bundestagsabgeordnete Ottmar Schreiner: „Der Niedriglohnsektor, stagnierende Löhne und Einkommensverluste wirken sich negativ auf die Finanzstrukturen der Rente aus, die Folge ist zunehmende Altersarmut.“ 

Die Gegenmaßnahme der von Bundesministerin Ursula von der Leyen geplanten Zuschussrente hielt er jedoch für abwegig: „Dabei wird das Äquivalenzprinzip nahezu außer Kraft gesetzt, die Riester-Rente massiv begünstigt und die Tendenzen zu einer staatlich bezuschussten Grundrente gefördert.“ Wirtschaftswissenschaftler Prof. Rürup warnte dagegen vor Panikmache bei dem Begriff der Altersarmut, der allein auf Datenmaterial der Rentenversicherung basiere: „Die gesetzlich ausgezahlte Rente macht bereits heute lediglich 53 Prozent des Alterseinkommens aus.“ 

Ein weitaus größeres Risiko im Alter zu verarmen, sah er bei der Gruppe der Solo-Selbständigen: „Das sind 2,3 Millionen Menschen, die in keinem Rentenversicherungssystem enthalten sind und dringend in die gesetzliche Rentenversicherung mit einbezogen werden müssten.“ Kritik erhob der Rentenexperte an der Riester-Rente, die auf die Privatvorsorge setze anstatt auf Betriebsrenten: „Kollektive Systeme sind immer effizienter und billiger. Die private Vorsorge hätte zumindest obligatorisch eingeführt werden müssen.“ 

Die staatliche Förderung der Riester-Rente nannte Ottmar Schreiner: „Rausgeschmissenes Geld. Der Staat begünstigt dieses private Rentensystem mit knapp drei Milliarden Euro und die, die es am dringendsten benötigen, können es nicht in Anspruch nehmen, weil sie die finanziellen Mittel selbst nicht aufbringen können. Das ist absolut paradoxe Sozialpolitik.“ Er plädierte für ein universelles Rentensystem wie in der Schweiz: „Das ist zwar Zukunftsmusik, aber es lohnt sich durchaus darüber nachzudenken.“

Im Anschluss an die Debatte zog Gerd Galonska, Geschäftsführer der PEAG Unternehmensgruppe, Fazit: „Unser Solidarsystem ist eine gewachsene Struktur, die bestehen bleiben muss, aber reformbedürftig ist. Die Rente wird zukünftig lediglich eine Grundversorgung sein und jeder muss individuell Vorkehrungen für seine Alterssicherung treffen. Dazu benötigt aber jeder Arbeitnehmer einen höheren Nettolohn, von dem er diese private Vorsorge finanzieren kann. In jedem Fall wird es in der staatlichen Rente zu starken Einschnitten kommen, das sollten die verantwortlichen Politiker deutlich aussprechen.“

Contact person

Markus Schulte, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der PEAG Holding GmbH

Markus Schulte

Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

PEAG Holding GmbH

Phoenixseestraße 21

44263 Dortmund