Skip to main content
Wir machen Zukunft. Für Menschen.

Integration am Arbeitsmarkt: Potential von innen – Potential von außen?

Pressemeldung
von links: Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Moderator Gunnar Schupelius und Holger Schäfer, Arbeitsmarktexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln
von links: Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Moderator Gunnar Schupelius und Holger Schäfer, Arbeitsmarktexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

Um dem Problem des demografischen Wandels auf dem Arbeitsmarkt entgegentreten zu können, brauchen wir Potential aus dem Ausland.

„Deutschland steht als Ziel nicht auf Platz eins der Wunschliste der gut ausgebildeten, qualifizierten Menschen in anderen Ländern. Das hat auch mit den Erwartungen der Menschen zu tun, wie sie hier aufgenommen werden möchten und wie viel beim Gehalt effektiv netto vom brutto bleibt. Die hohe soziale Absicherung in Deutschland kann durch die hohen Abgaben auch eine Hemmschwelle darstellen, nach Deutschland zu kommen.“ Damit bezog Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, gleich zu Beginn der heutigen PEAG Personaldebatte zum Frühstück Stellung zum Thema.

Holger Schäfer, Arbeitsmarktexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, kritisiert: „Deutschland hat hohe bürokratische Hürden, die die Zuwanderung erschweren.“ Er weist dabei auf die viel zu geringe Zahl der hochqualifizierten Zugewanderten von 219 im Jahr 2010 und hin und stellt fest „dass Deutschland immer noch kein Selbstverständnis eines Zuwanderungslandes besitzt. Lange Jahre ist verpasst worden, eine moderne Zuwanderungspolitik zu gestalten“. 

Doch nicht nur um das Potential von außen ging es während der Diskussion, sondern auch um das schon im Land vorhandene. Wie schafft man es, bildungsfernen Schichten Bildung nahe zu bringen? Darauf meint Heinz Buschkowsky: „Die frühkindliche Bildung muss da noch früher ansetzen. 37 Prozent der Einwandererkinder können bei ihrer Einschulung kein Deutsch. Von den Grundschulen allein kann nicht erwartet werden, dieses Defizit auszugleichen. Deshalb ist es notwendig, eine Kindergartenpflicht ab dem zweiten Lebensjahr einzuführen. Um wichtige Werte zu vermitteln, muss man früher an die Kinder herankommen.“ Er kritisiert, dass das deutsche Bildungssystem nicht darauf ausgerichtet ist, „bildungsfernen Schichten den Aufstieg zu ermöglichen.“ 

„In keinem mitteleuropäischen Land ist die gesellschaftliche und materielle Situation des Elternhauses so prägend für den Lebensweg und die Bildungskarriere der Kinder wie in Deutschland. Hier muss etwas passieren“, fordert Heinz Buschkowsky. Holger Schäfer ist gegen eine gesetzliche Kindergartenpflicht für alle und mahnt dazu, hier zu differenzieren. Beide Diskutanten sind sich einig, dass der Entwicklung durch den demografischen Wandel auf dem deutschen Arbeitsmarkt nur durch Aktivierung beider Potentiale – der von innen und der von außen – begegnet werden kann. 

Abschließend zog Gerd Galonska, Geschäftsführer der PEAG Unternehmensgruppe, Fazit: „Um dem Problem des demografischen Wandels auf dem Arbeitsmarkt entgegentreten zu können, brauchen wir Potential aus dem Ausland. Allein mengenmäßig können wir das Problem mit dem im Land vorhandenen Erwerbspersonenpotential nicht stemmen. Gleichzeitig muss das Potential, welches bereits seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland hat, noch besser gefördert werden, um gut qualifiziert für den Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Wir müssen jetzt auch politisch die Weichenstellung schaffen, ein Einwanderungsstaat zu werden, um damit das Einwandern gut qualifizierter Fachkräfte zu ermöglichen, was bislang nicht bzw. auf jeden Fall zu wenig der Fall ist.“

Contact person

Markus Schulte, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der PEAG Holding GmbH

Markus Schulte

Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

PEAG Holding GmbH

Phoenixseestraße 21

44263 Dortmund