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Moderne Tarifpolitik – Zukunft der Tarifautonomie?

Pressemeldung
von links: Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer beim Arbeitgeberverband Gesamtmetall, Moderator Gerhard Schröder und Bernd Riexinger, Parteivorsitzender DIE LINKE
von links: Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer beim Arbeitgeberverband Gesamtmetall, Moderator Gerhard Schröder und Bernd Riexinger, Parteivorsitzender DIE LINKE

Für 25 Prozent der Betriebe, denen es wirtschaftlich schlechter geht, braucht es tarifliche Differenzierung, ansonsten steigen Sie aus den Tarifen aus oder verlagern ihre Produktion ins Ausland.

In jeder neuen Tarifrunde geht es auch um eine faire Bezahlung der Arbeitnehmer. Die momentan gute konjunkturelle Lage in Deutschland verleitet Arbeitnehmervertreter dazu, eine Anpassung der Lohnentwicklung zu fordern. Arbeitgeberverbände allerdings mahnen zur Vorsicht, um auch in schwächeren, wirtschaftlichen Zeiten Arbeitsplätze erhalten zu können. Diese Fragen diskutierten Bernd Riexinger, Vorsitzender der Partei DIE LINKE, und Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, am 18. Januar 2017.

„Die Löhne zwischen tarifgebunden und nicht-tarifgebunden driften seit Jahren immer weiter auseinander. Auch die Tarifbindung geht zunehmend zurück, es sind 51 Prozent im Westen und 27 Prozent im Osten. Hier muss politisch gegengesteuert werden“, betont Bernd Riexinger: „Obwohl Erzieher, Krankenpfleger und Sozialarbeiter sehr wichtige Arbeit machen, werden sie vergleichsweise schlecht bezahlt. In der Kita oder im Krankenhaus müssen sich müssen sich die Löhne nach anderen Faktoren richten als allein nach der Produktivität. Andernfalls wird die Schere zwischen Dienstleistungssektor und Industrie sich weiter verschärfen.“

„Die Tarifabschlüsse für die Metall- und Elektroindustrie sind grundsätzlich angemessen. Aber für 25 Prozent der Betriebe, denen es wirtschaftlich schlechter geht, brauchen wir tarifliche Differenzierung, ansonsten steigen Sie aus den Tarifen aus oder verlagern ihre Produktion ins Ausland“, so Oliver Zander: „Die tarifpolitische Arbeit der Gewerkschaften ist teilweise in den Hintergrund und die politische in den Vordergrund gerückt. Wenn die Politik aber den Gestaltungsspielraum der Tarifvertragsparteien immer weiter einengt, beschädigt das die Tarifautonomie, die eine Säule der Sozialen Marktwirtschaft ist." 

Contact person

Markus Schulte, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der PEAG Holding GmbH

Markus Schulte

Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

PEAG Holding GmbH

Phoenixseestraße 21

44263 Dortmund