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Rechtspopulismus gefährdet Wirtschaftsstandort Deutschland

Pressemeldung
von links: Andreas Schmincke, Geschäftsführer der PEAG Holding GmbH, Jens Peick, für die SPD im Bundestag und dort Mitglied in den Ausschüssen für Arbeit und Soziales sowie Wirtschaft und Energie, und Dr. Knut Bergmann, Leiter Kommunikation des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)
von links: Andreas Schmincke, Geschäftsführer der PEAG Holding GmbH, Jens Peick, für die SPD im Bundestag und dort Mitglied in den Ausschüssen für Arbeit und Soziales sowie Wirtschaft und Energie, und Dr. Knut Bergmann, Leiter Kommunikation des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)

Rechten Politikern eine Vermischung von verfassungsrechtlich garantiertem Asyl mit gewollter qualifizierter Zuwanderung nicht durchgehen lassen - völlig unterschiedliche Dinge.

Zwar lässt das jüngste Wahlergebnis in Ungarn aufhorchen. Doch vielerorts hat sich das politische Koordinatensystem nach rechts verschoben, international und auch hierzulande - im Osten wie im Westen. Auch im deutschen Superwahljahr 2026 herrscht die Sorge vor den Auswirkungen von Wahlergebnissen auf demokratische Stabilität, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Standortattraktivität, Investitionen und Fachkräftesicherung. Ökonomen befürchten, dass rechtspopulistische Einflüsse die Anwerbung von Fachkräften erschweren, die betriebliche Mitbestimmung schwächen und die soziale Sicherheit gefährden. 

Wie wirken sich politische Verschiebungen auf Unternehmensentscheidungen, Tarifbindung und den Wirtschaftsstandort Deutschland aus? Woher kommt die Zustimmung zu rechtspopulistischen Inhalten? Was ist rechte Wirtschafts- und Arbeitspolitik, wer profitiert von ihr, wer verliert? Und wie stabil ist überhaupt die Brandmauer in Unternehmen, Verbänden und der Politik? Darüber diskutierten heute bei der 148. „PEAG Personaldebatte zum Frühstück“ in Berlin Dr. Knut Bergmann, Leiter Kommunikation des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), und Jens Peick, für die SPD im Bundestag und dort Mitglied in den Ausschüssen für Arbeit und Soziales sowie Wirtschaft und Energie. „Rechtsruck – Folgen für Arbeitsmarkt und Wirtschaftsstandort Deutschland“, so der Titel der gemeinsamen Veranstaltung von PEAG und Arbeitgeberverband Gesamtmetall.

"Fakt ist: Das Erstarken rechtspopulistischer Kräfte, auch der AfD, ist ein ökonomisches Standortrisiko", eröffnete Dr. Knut Bergmann die Debatte: "In unserer Unternehmensbefragung halten rund 80 Prozent den Aufstieg der Partei für ein Risiko, vor allem für Bestand und Funktionsfähigkeit von EU und Euro, Fachkräftesicherung und den Wirtschaftsstandort." Untersuchungen zeigten außerdem, dass Regionen mit starker AfD oder rechtspopulistischer Bewegung bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem In- und Ausland Nachteile hätten. "Der von der AfD gewollte Dexit könnte uns binnen fünf Jahren 5,6 Prozent Wirtschaftsleistung kosten, die Steuer- und Sozialpläne der Partei sind fiskalisch unausgewogen, nützen vor allem Spitzenverdienern und erzeugen massive Haushaltslöcher", so der Wirtschaftsexperte. "Aber Fakt ist auch, dass viele AfD-Anhänger Vertretern der Wirtschaft relativ betrachtet mehr Vertrauen entgegenbringen als allen anderen gesellschafttlichen Institutionen", erklärte Dr. Knut Bergmann: "Hierin kann eine der wenigen Chancen liegen, die Menschen zu erreichen, die dieser Partei zuneigen."

Wir brauchen Zuwanderung

"Der Rechtsruck ist eine Gefahr für die Demokratie und den sozialen Zusammenhalt ", warnte Jens Peick: "Um ihm etwas entgegenzusetzen braucht es eine stabile Wirtschaft, die das Leben der Menschen spürbar verbessert. Das bedeutet gute Arbeit, betriebliche Mitbestimmung, und ein soziales Sicherungsnetz, das die Angst vor gesellschaftlichem Abstieg nimmt.“ Der SPD-Politiker hob die Bedeutung der SPD als arbeitsmarktpolitische Stimme hervor: Höherer Mindestlohn, Eindämmung prekärer Beschäftigung, Ausbau von Weiterbildung in der Transformation und eine weitsichtige Arbeitsmarktpolitik. "Diese Forderungen sollte auch die Wirtschaft mittragen, um dem Rechtsruck etwas entgegenzusetzen", forderte Jens Peick.

Andreas Schmincke, Geschäftsführer der PEAG Holding GmbH, beklagte die oft fehlerhaft geführte öffentliche Debatte: "Es kann doch nicht sein, dass wir rechten Politikern eine Vermischung von verfassungsrechtlich garantiertem Asyl mit gewollter qualifizierter Zuwanderung durchgehen lassen, das sind bekanntlich völlig unterschiedliche Dinge." Solche rechtspopulistischen Vermischungen schürten Ängste und wirkten über die Grenzen Deutschlands hinaus, sie seien deshalb Gift für den Standort Deutschland. "Wir brauchen Zuwanderung", forderte der Geschäftsführer: "Und wir müssen uns hinter unsere Beschäftigten mit Migrationshintergrund stellen." Das betreffe unter den PEAG-Beschäftigten in der Zeitarbeit sehr viele Menschen. "Wenn wir zu diesen Menschen nicht stehen, die sich unter anderem an ihrem Arbeitsplatz integrieren und dann die Werte unserer Gesellschaft vertreten, verlieren wir, und auch der Arbeitsmarkt, diese Menschen wieder", warnte Andreas Schmincke. 

Contact person

Markus Schulte, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der PEAG Holding GmbH

Markus Schulte

Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

PEAG Holding GmbH

Phoenixseestraße 21

44263 Dortmund