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Arbeitsmarkt nach Corona – Welche Rahmenbedingungen braucht die Wirtschaft?

Pressemeldung
von links: Professor Bernd Fitzenberger, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Leonie Gebers, Staatssekretärin aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Sven Kramer, Geschäftsführer der PEAG Holding GmbH, und Moderator Gerhard Schröder
von links: Professor Bernd Fitzenberger, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Leonie Gebers, Staatssekretärin aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Sven Kramer, Geschäftsführer der PEAG Holding GmbH, und Moderator Gerhard Schröder

Unternehmen brauchen heute kluge Konzepte, um Mitarbeiter zu halten und Neue zu gewinnen. Neben dem Gehalt oder der Möglichkeit des Homeoffices braucht es attraktive Rahmenbedingungen.

„Es ist wirklich so schön, Sie persönlich zu sehen.“ Mit diesen Worten begrüßte heute morgen der PEAG-Geschäftsführer Sven Kramer die Gäste der 102. PEAG Personaldebatte zum Frühstück in Berlin – seit September 2020 erstmals wieder analog im Einstein Unter den Linden. Über den Arbeitsmarkt nach Corona, was bleibt und was wir brauchen für die Arbeitswelt von morgen sprachen wir mit der Staatssekretärin aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Leonie Gebers, und dem Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Professor Bernd Fitzenberger.

Wo stehen wir – eine kurze Bestandsaufnahme

Die Zahlen der Neuinfektionen sinken, das öffentliche Leben beginnt wieder. Das gibt der Wirtschaft Luft zum Atmen. Das spüren wir auch auf dem Arbeitsmarkt. „Dennoch gibt es einige Branchen, die noch sehr lange betroffen sein werden oder sich nur schwert wieder erholen. Die Welt nach Corona wird definitiv anders aussehen als vorher,“ sagte Staatssekretärin Leonie Gebers: „Einiges wird bleiben, Anderes wurde in der Pandemie verstärkt. So war Digitalisierung bereits vor der Pandemie ein großes Thema und hat an Bedeutung und Geschwindigkeit zugenommen.“ 

Professor Bernd Fitzenberger nennt die durch Corona ausgelöste Krise eine transformative Rezession. Im Hinblick auf die Learnings aus der Krise sagte er: „Wir brauchen in Zukunft eine Resilienz gegen Krisen dieser Art. Schnelle Handlungsfähigkeit kann nur durch eine Neujustierungen in Bereichen wie Digitalisierung, Homeoffice oder Sicherung von Lieferketten erfolgen.“

Das Kurzarbeitergeld

Schon bei der letzten PEAG Personaldebatte im September 2020 hatte sich Sven Kramer bei der Staatssekretärin Leonie Gebers für die schnelle Umsetzung des Kurzarbeitergeldes bedankt. „Das Kurzarbeitergeld gibt bis heute Unternehmen Sicherheit und daher begrüßen wir die Verlängerung bis in den Herbst, die vereinfachte Anzeige von Kurzarbeit und die Öffnung für Branchen wie die Zeitarbeit hat viele Arbeitsplätze gesichert“, sagte Kramer heute.

“Das Kurzarbeitergeld ist in der Pandemie wirklich das stärkste Instrument auf dem Arbeitsmarkt gewesen. Wir konnten damit viele Millionen Arbeitsplätze sichern und haben die Voraussetzung dafür geschaffen, dass Unternehmen ihre Beschäftigten an Bord haben und jetzt durchstarten können“, so Gebers: “Wir haben im Kabinett heute die Sonderregelungen noch einmal bis zum 30. September verlängert, damit die Brücke in die Zukunft nicht zu früh abreißt. Wir haben noch ein Stück Unsicherheit mit Blick auf den Herbst und es gibt Branchen, die nach wie vor von Einschränkungen betroffen sind. Die brauchen das, damit die Arbeitsplätze und die Beschäftigung auch über die Krise hinaus gesichert bleiben.“ 

Fachkräftemangel – Die Herausforderung für den Arbeitsmarkt

„Der Fachkräftemangel ist die große Herausforderung nach der Pandemie für den Arbeitsmarkt“, so die Staatssekretärin weiter: „Das betrifft neben der Pflege auch viele Branchen wie IT oder auch die Gastronomie. Dort gibt es bereits jetzt massive Probleme, Mitarbeiterinnen zu finden. Neben der Fachkräfteeinwanderung dürfen wir aber auch die Potentiale im Inland nicht vernachlässigen. Der Ausbildungsmarkt ist hier besonders wichtig. Der hat in der Pandemie gelitten, ganze Branchen waren im Lockdown, Bildungsmessen konnten nicht stattfinden, Betriebspraktika waren nicht erlaubt.“ 

Das sieht der Direktor des Institutes für Arbeitsmarkt und Berufsforschung genauso: „Fachkräfteengpäses bestanden schon vor der Pandemie und wurden in manchen Bereichen durch die Pandemie sogar noch verschärft. Jedes Jahr verlassen demografisch bedingt 300.000 Personen mehr den Arbeitsmarkt als nachrücken. Das konnte in der Vergangenheit durch höhere Erwerbsbeteiligung bestehender Fachkräfte oder durch Migration aufgefangen werden. In der Krise haben sich viele Fachkräfte, vor allem Frauen oder berufstätige Rentner, zurückgezogen, viele Ältere sind in den vorzeitigen Ruhestand gegangen, die Migration ging zurück. Gleichzeitig besteht das Problem, dass das Ausbildungsinteresse gesunken ist. In diesem Jahr werden weniger Ausbildungsplätze besetzt und damit rücken weniger Fachkräfte nach. Hier besteht großer Handlungsbedarf von Seiten der Wirtschaft und der Politik.“

Auch Geschäftsführer Sven Kramer betont den Fachkräftemangel vor, während und nach der Krise: „Unternehmen brauchen heute kluge Konzepte, um Mitarbeiter zu halten und Neue zu gewinnen. Neben dem Gehalt oder der Möglichkeit des Homeoffices braucht es attraktive Rahmenbedingungen.“

Ihr Ansprechpartner

Markus Schulte, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der PEAG Holding GmbH

Markus Schulte

Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

PEAG Holding GmbH

Phoenixseestraße 21

44263 Dortmund