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Welche Rahmenbedingungen braucht Deutschlands Industrie jetzt?

Pressemeldung
von links: Gerrit Riemer, Leiter Governmental Affairs Deutschland bei der thyssenkrupp Steel Europe AG, Tilman Kuban, für die CDU im Bundestag und dort Obmann im Ausschuss für Energie und Wirtschaft, und Sven Kramer, Sprecher der Geschäftsführung der PEAG Holding GmbH
von links: Gerrit Riemer, Leiter Governmental Affairs Deutschland bei der thyssenkrupp Steel Europe AG, Tilman Kuban, für die CDU im Bundestag und dort Obmann im Ausschuss für Energie und Wirtschaft, und Sven Kramer, Sprecher der Geschäftsführung der PEAG Holding GmbH

Wir wissen, dass es zur Transformation keine Alternative gibt, spüren ständig die Folgen des Nichthandelns, erleben aber weiterhin zu wenig Impulse im politischen Bereich.

Die deutsche Industrie steht unter Druck: Hohe Energie- und Arbeitskosten, Bürokratie, globale Überkapazitäten und Investitionsstau bedrohen Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze. Hinzu kommt der aktuelle Konflikt im Nahen Osten, der die Energiepreise und die Unsicherheit an den Märkten deutlich erhöht. Zwar sind erste Erholungssignale in der deutschen Wirtschaft erkennbar. Aber ob der Aufschwung wirklich kommt, hängt auch von einer Energie- und Industriepolitik der Bundesregierung ab, die zentrale Transformationsprozesse wie Dekarbonisierung, Digitalisierung und Ausbau der Verteidigungsfähigkeit unterstützt.

Reichen die Maßnahmen, um den Industriestandort Deutschland zu stärken? Was brauchen Industrieunternehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die sozialen Folgen für die Belegschaft abzumildern? Wie gelingt die Umschulung und Neuausrichtung der Belegschaft in neuen Technologien und wie die Balance zwischen Klimaneutralität und Wettbewerbsfähigkeit? Darüber diskutierten heute bei der 147. „PEAG Personaldebatte zum Frühstück“ in Berlin Gerrit Riemer, Leiter Governmental Affairs Deutschland bei der thyssenkrupp Steel Europe AG, und Tilman Kuban, für die CDU im Bundestag und dort Obmann im Ausschuss für Energie und Wirtschaft. „Industrie im Umbruch: Wie gestalten wir den Wandel und sichern Wettbewerbsfähigkeit?“, so der Titel der gemeinsamen Veranstaltung von PEAG und Arbeitgeberverband Gesamtmetall.

„Beim Klimaschutz hat Deutschland in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, aber wir müssen ehrlich feststellen: Für das Klima ist global nichts gewonnen, wenn gleichzeitig immer mehr Industriearbeitsplätze in Deutschland abgebaut werden und Industrie verlagert wird“, erklärte Tilman Kuban: „Wir müssen deshalb darüber sprechen, welche Ziele wir realistisch erreichen können, ohne gleichzeitig unseren Industriestandort zu gefährden.“ Deutschland dürfe sich keine Klimapolitik leisten, die Arbeitsplätze, Wertschöpfung und industrielle Kernkompetenzen ins Ausland verdränge. Entscheidend sei deshalb ein pragmatischer Ansatz, der Klimaschutz mit wirtschaftlicher Stärke verbindet. „Wenn wir am Ende klimapolitisch erfolgreich sind, aber dafür Industriearbeitsplätze verlieren und energieintensive Produktion abwandert, werden mehr Menschen extremistische Parteien wählen“, so der der CDU-Politiker. Er plädierte dafür, die klimapolitischen Zielmarken stärker an wirtschaftlichen Realitäten und der internationalen Lage auszurichten. Ein ambitionierter, aber erreichbarer Pfad – etwa mit 80 Prozent Emissionsminderung bis 2045 und den letzten 20 Prozent, wenn die Welt uns folgt – könne sinnvoll sein, wenn dadurch Demokratie und Wirtschaft gesichert würden: „Deutschland braucht auch künftig eine starke Grundstoffindustrie, es gibt kein erfolgreiches Industrieland ohne eigene Stahlproduktion.“

Wenn jede Bundesregierung Transformation und Klimapolitik neu definiert

„Seit einigen Jahren hat die Geopolitik einen enormen Einfluss auf die industrielle Entwicklung in Europa und Deutschland bekommen", sagte Gerrit Riemer: „Aber leider braucht die Politik für ihre Reaktion auf die neue Weltlage zu viel Zeit.“ Der Experte forderte endlich höchste Priorität für wirtschaftspolitische Themen: „Wichtig zum Beispiel für die Stahlindustrie sind günstigere Energiepreise, aber vor allem Handelsschutz gegen Billigimporte und die Kopplung zumindest der Grünstahlquoten in der öffentlichen Beschaffung an europäische Wertschöpfung." Weitere wesentliche Punkte seien EU‑ETS‑Anpassungen, der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft und die Förderung der grünen Transformation. Vorausgesetzt, der Standort bleibt wettbewerbsfähig, sieht Gerrit Riemer für sein Unternehmen gute Chancen in einer profitablen, klimaneutralen Stahlproduktion: „Unsere Hausaufgabe, nämlich eine schmerzhafte, aber notwendige Sanierung mit Stellenabbau und Kapazitätsanpassung, um grüne Transformation und Wettbewerbsfähigkeit zu verbinden, treiben wir dafür zügig und konsequent voran.“

„Industrien im Umbruch begleiten wir mit den PEAG-Geschäftsfeldern Zeitarbeit und Beschäftigtentransfer schon seit fast dreißig Jahren“, betonte Sven Kramer, Sprecher der Geschäftsführung der PEAG Holding GmbH: „Ungewöhnlich in der aktuellen Transformation sind aber die Widersprüche: wir bauen ganze Industrien ab, setzen Beschäftigte frei, erleben zugleich Fachkräftemangel.“ Genauso in der Politik: „Wir wissen, dass es zur Transformation keine Alternative gibt, spüren ständig die Folgen des Nichthandelns, erleben aber weiterhin zu wenig Impulse im politischen Bereich.“ Der PEAG-Geschäftsführer unterstrich die Notwendigkeit verlässlicher Ziele für die Industriepolitik: „Wenn jede Bundesregierung Transformation und Klimapolitik neu definiert, verunsichert das die Wirtschaft und untergräbt Investitionsbereitschaft.“ Aus der Sicht eines Personaldienstleisters forderte er eine weitere Stärkung der Weiterbildung. „Statt achtstündigem Frontalunterricht passen modulare, berufsbegleitende Angebote besser in diese Zeit“, so Sven Kramer: „Außerdem sollten wir pro-aktiver und kontinuierlicher qualifizieren, nicht erst dann, wenn sich Defizite zeigen.“

Ihr Ansprechpartner

Markus Schulte, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der PEAG Holding GmbH

Markus Schulte

Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

PEAG Holding GmbH

Phoenixseestraße 21

44263 Dortmund