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PEAG Symposium: Endlich das Blatt in der kriselnden Wirtschaft wenden

Pressemeldung
(von links): Matthias Heidmeier, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen, Kerstin Griese, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, PEAG-Geschäftsführer Andreas Schmincke, Stefan Körzell, Mitglied des Bundesvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes, und PEAG-Geschäftsführer Sven Kramer.
(von links): Matthias Heidmeier, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen, Kerstin Griese, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, PEAG-Geschäftsführer Andreas Schmincke, Stefan Körzell, Mitglied des Bundesvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes, und PEAG-Geschäftsführer Sven Kramer. Fotos: Gesche Schmidt

Wir brauchen nach Jahren des wirtschaftlichen Abschwungs in Deutschland jetzt eine Wende, aber gegeneinander funktioniert das nicht, nur miteinander.

Perspektiven für die Arbeitswelt in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten entwickelten heute beim 11. PEAG Symposium auf Schloss Landsberg in Ratingen rund 60 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Gewerkschaft, Wissenschaft und Recht. Titel der Veranstaltung: WirtschaftsAUFBAU | BürokratieABBAU | WeiterbildungsUMBAU – Zukunft der Arbeit angesichts Künstlicher Intelligenz, Transformationsdruck und Überalterung. Die PEAG mit Sitz in Dortmund will mit ihrem Symposien den Dialog fördern und so Perspektiven für aktuelle Themen der Arbeitswelt entwickeln. Damit ist sie Impulsgeber für Akteure des Arbeitsmarktes und Trendsetter im Bereich Personalmanagement. 

Wie können wir das Blatt endlich wenden?

„Es geht uns vor allem darum, endlich das Blatt in der kriselnden Wirtschaft zu wenden, und zwar sofort“, sagte Sven Kramer, Sprecher der Geschäftsführung der PEAG Holding GmbH, zum Auftakt der Veranstaltung: „Wir brauchen nach Jahren des wirtschaftlichen Abschwungs in Deutschland jetzt eine Wende, aber gegeneinander funktioniert das nicht, nur miteinander.“ Mit dem PEAG Symposium habe man in der Vergangenheit immer wieder Impulse in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik setzen können. „Mit der Themenpalette und den Speakern des Symposium wird uns das auch in diesem Jahr gelingen“, so Sven Kramer. 

Die angespannte Lage der Wirtschaft hält sich hartnäckig. Auch der „Herbst der Reformen“ der neuen Bundesregierung hat bisher kaum Impulse setzen können. Zwar ist der ifo Geschäftsklimaindex zuletzt leicht gestiegen. Die aktuelle Geschäftslage wird hingegen etwas schlechter beurteilt. Die deutsche Wirtschaft hofft laut ifo weiter auf eine Belebung der Konjunktur im kommenden Jahr. Beim PEAG Symposium wurde deshalb nicht nur analysiert, sondern auch über erfolgversprechende Alternativen für den Wirtschaftsaufbau diskutiert. 

Prof. Dr. Ronald Bachmann, Leiter des Kompetenzbereiches Arbeitsmärkte, Bildung, Bevölkerung beim RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, ermöglichte dafür mit seiner Keynote einen Einblick in die Dynamik des Arbeitsmarktes in Zeiten multipler Krisen.  „Wichtig ist, dass wir uns nicht nur auf die Bekämpfung der Krisen konzentrieren und die langfristigen Probleme aus dem Blick verlieren", sagte er. Basics seien entscheidend: etwa die Kosten von Arbeit und Energie oder gute Bildungsgrundlagen. Auch Bildung sei ein bedeutender Faktor, mahnte der RWI-Experte, einschließlich Weiterbildung, Umschulungen und die Anpassung von Lerninhalten. „In der Wirtschafts- und Umweltpolitik müssen wir ein ausreichend hohes Tempo der Transformationen bei gleichzeitiger Anpassungsfähigkeit von Wirtschaft und Arbeitsmarkt balancieren“, blickte er nach vorn: „Eine Ausrichtung auf nachhaltiges und digitales Wirtschaften kann ein Wettbewerbsvorteil sein.“

Das Thema bestimmte auch die Diskussion im Podium, als es um die Frage ging: Wie viel NRW steckt im schwarz-roten Reformpaket? So reklamierte Kerstin Griese, Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium, für sich: „Die ernsthafte Lage ist uns bewusst, was wir von staatlicher Seite tun können, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, tun wir.“ In der Fachkräftestrategie sieht die SPD-Politikerin zentrale Stellhebel: weniger Schulabgänger ohne Abschluss, bessere Erwerbschancen für Frauen, stärkere Integration von Menschen mit Behinderungen, Ausbau von Weiterbildung und eine deutlich entbürokratisierte Fachkräfteeinwanderung. Parallel warb Kerstin Griese für stärkere Tarifbindung und Tariftreue, Bürokratieabbau inklusive unpopulärer Schritte und den zügigen Einsatz des großen Zukunftsinvestitionsprogramms, damit Investitionen spürbar in Beschäftigung und Infrastruktur münden. 

Matthias Heidmeier, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte hingegen, dass Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig sei. Akteure beispielsweise aus China würden mit ihren günstigen Produkten die Märkte überschwemmen. „Das ist nicht mehr normaler Wettbewerb, wir müssen deshalb zu unorthodoxen Mitteln greifen, zum Beispiel den Industriestrompreis“, so der Staatssekretär. Auch er forderte: „Wir müssen Lösungen mit allen Sozialpartnern finden, und es ist alternativlos, in Berlin gute Rahmenbedingungen zu setzen.“ Fachkräftesicherung sieht der CDU-Politiker primär über Stärkung der beruflichen Bildung: Übergangssysteme sollten nicht „Verwahrung“ leisten, sondern junge Menschen mit intensiver Begleitung tatsächlich in Ausbildung führen. Effizienz und Treffsicherheit des Sozialstaats seien entscheidend, damit junge Menschen früh erreicht werden und Ausbildung als „Ticket für ein sicheres Leben“ nutzen können.

Gerriert Riemer, Head of Governmental Affairs Germany bei der thyssenkrupp Steel Europe AG, schilderte 2023 als „Jahr der Entscheidungen“ für thyssenkrupp und die jetzige Phase als „Jahr der Umsetzung“ unter den Bedingungen von Krieg, Zöllen, Energiepreis- und Klimadruck. Zentrales Projekt sei die Dekarbonisierung des Standorts Duisburg mit einer Direktreduktionsanlage und Milliardeninvestitionen als klares Bekenntnis zum Ruhrgebiet und Nordrhein-Westfalen. Scharf kritisiert er die europäische und nationale Bürokratie: mehrjährige Förderverfahren mit hohem Personalaufwand und regulatorische Kosten, die Wasserstoff massiv verteuern. 

Stefan Körzell, Mitglied des DGB-Bundesvorstandes, zeigte wenig Verständnis für die Positionen seiner Diskussionspartner. Der Gewerkschafter formulierte einen eindringlichen Appel: „Wenn wir das Land jeden Tag schlecht reden, dürfen wir auch nicht von den Bürgern erwarten, dass sie den Staat toll finden“, sagte er: „Wir dürfen nicht in das gleiche Horn blasen, uns ist die Demokratie und der Sozialstaat wichtig und schutzwürdig." Stefan Körzell bekannte sich ausdrücklich zu einem starken Industriestandort Deutschland mit leistungsfähiger Stahl‑, Chemie‑ und Bauindustrie als Rückgrat von Wohlstand, Sozialstaat und Transformation. Er kritisierte, dass sich Europa und Deutschland zu abhängig von globalen Lieferketten gemacht hätten – etwa bei Schienenstahl oder Pharmagrundstoffen – und forderte mehr Resilienz durch stärkere heimische und europäische Wertschöpfung.

Effizienzsteigerung und Bürokratiebbau mit KI in der HR?

Konstruktive Optionen beleuchtete das Symposium beim Thema Bürokratieabbau. In einem Impuls lenkte Marius Bauer, Geschäftsführer der Konvergenz Studio GmbH, den Blick auf Künstliche Intelligenz in der HR. Der Experte unterbreitete Vorschläge für Effizienzsteigerung und Bürokratieabbau in Personalabteilungen. Im Anschluss präsentierten Unternehmen wie thyssenkrupp und Deutsche Telekom den Teilnehmenden der Veranstaltung erfolgreiche KI-Anwendungen in ihren Personalabteilungen.

Ist die Weiterbildungspraxis noch zeitgemäß ?

Aber nicht nur Innovationen wie KI standen im Fokus des Symposiums. Auch der Mensch und seine Arbeitswelt beschäftigten die Teilnehmenden. So diskutierten Expertinnen und Experten wie Joachim Giese, Vorstand der WBS Training AG, Dr. Oliver Stettes, Leiter des Themenclusters Arbeitswelt und Tarifpolitik am IW Köln, und Daniela Jansen, politische Sekretärin im Vorstand der IG Metall, mit Christin Siebel, SPD-Landtagsabgeordnete in NRW und Vorsitzende der Enquetekommission „Chancengleichheit in der Bildung“, über den notwendigen Umbau bei Weiterbildungsthemen. Nicht ohne Grund, denn die Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen erfordern auch neue Inhalte und Formate im Fortbildungswesen, die mit künftigen Ansprüchen in der Transformation von Unternehmen mithalten können. Die digitale Transformation sowie der Fachkräftemangel nehmen zunehmend Einfluss auf die strategische Ausrichtung von Weiterbildungsanbietern.


Weitere Inhalte aus dem Symposium unter diesem Link: 

https://www.peag-online.de/peag-symposium

PEAG Holding GmbH - Wir machen Zukunft. Für Menschen.

Die PEAG Holding GmbH wurde 1997 gegründet. Sie ist strategischer Partner für Personalberatung, vermittlungsorientierte Arbeitnehmerüberlassung, Beschäftigtentransfer und Personaladministration. Zur Unternehmensgruppe zählen vier Unternehmen: PEAG Transfer GmbH, PEAG Personal GmbH, PEAG HR GmbH und die PEAG-Mitarbeiter-Beteiligungs-GmbH. Auch am politischen Geschehen in allen arbeitsmarktpolitischen Bereichen beteiligt sich die PEAG regelmäßig unter dem Claim "Wir machen Zukunft. Für Menschen." mit öffentlichen Debatten und Symposien zu aktuellen Themen. Damit ist sie Impulsgeber für Akteure des Arbeitsmarktes und Trendsetter im Bereich Personalmanagement. 

Ihr Ansprechpartner

Markus Schulte, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der PEAG Holding GmbH

Markus Schulte

Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

PEAG Holding GmbH

Phoenixseestraße 21

44263 Dortmund